
Am Beispiel einer für mich wegweisenden Veranstaltung in einem Nachbardorf kann ich hier mal zeigen, wie sich besonders die technische Umsetzung im Laufe der Jahre geändert hat. Dazu einige (teils extrem schlechte, Kameras waren in der Anfangszeit eher Kartoffeln und meine Kenntnisse im Umgang damit auch sehr begrenzt) Fotos aus den Jahren mit einigen Worten dazu. Das Material, was da verbaut wurde, kam aus zig verschiedenen Quellen. Insgesamt hat dieses Event wohl sehr dazu beigetragen, dass ich mich mal dazu entschieden habe, "sowas mit Technik" zu machen.
Mein erster Kontakt dorthin ergab sich, glaube ich, um 1999 oder 2000 herum. Ich weiß es nicht mehr. Ich kam als Gast dort hin, und war ungeheuer erstaunt über das dort technisch dargebotene. Irgendwie durfte ich dann auch etwas "mit da rumspielen" und irgendwann war ich irgendwie auch ziemlich oft in irgendeiner Form mit dabei. Damals, wo ich erstmals dort hin kam, hingen da als Lampen noch große Spektronik Scanner mit 575W HMI, aber ohne DMX am Steuerpult. Das Steuerpult dafür war spannend, denn es hatte keine Knöpfe, sondern nur "Touchflächen" (ähnliche wie Pulsar Masterpiece, nur in kleiner). Die PARs wurden noch per Analogpult (irgendein Pulsar, glaube ich) gesteuert und ein Analogstroboskop mit einer Extrafernbedienung.
Naja, nachfolgend einige Eindrücke von "danach":
Damals wurde noch sehr hoch gebaut. Lautsprecher in Baugerüsten (Community GGM und RS440, verstärkt mit irgendeiner weißen Dynacord Prozessorendstufe, sowie ganz viel Eigenbau), Licht einige 4er Bars mit echten 1kW Brennern und 4 Trackspots (deutlich dunkler als die Spektronik, aber dafür halt mit DMX) ganz oben. Im LKW hängen noch eine Eurolite TS 5 Scanner, und ich glaube, das Lichtpult war damals schon Behringer LC2412 und GLP SD1.
Auch noch die Zeit der hohen Bauart. Hier waren es schon 6 Trackspots und 5 Viererbars. Es war das Jahr der Hornexperimente. Statt Community GGM gab es auf der rechten Seite dieses Mal Visatondoppelhörnchen zusätzlich zu den bereits bewährten Eigenbauten einer Person aus dem Veranstalterkreis und auch etwas Zeug von mir. Linke Seite, dieses Riesending, das war ein Experiment, ob sich der Wirkungsgrad von 4 wirklich schon sehr guten Bassreflexen durch stellen in ein großes Horn verbessern lässt. Insgesamt sehr abenteuerlich wirkend, sehr viel Kammfilter implizierend, aber irgendwie hat es dann doch funktioniert.
Im Folgejahr irgendwann habe ich dann ketzerischerweise eingeführt, dass man die Horntopteile mit Kanthölzern auch ausrichtet, so, dass sie das Publikum akustisch erwischen, und nicht das Nachbardorf.
Hier nur dieses eine Bild. Dieser Grundaufbau in Sachen Alu begleitet das Event wohl bis heute. Es wurde mehr Licht verbaut. 6 Viererbars mit vielen Kilowatt, 6 Trackspots, 4 TS5 (damals wohl die ersten günstig zu habenden Scanner, zwar Halogenleuchtmittel, aber sehr gut - im Laufe der Jahre merkte man dann, dass sie nur mit eher schlechten DMX-Ausgabegeräten funktionieren, da sie sich nicht an Standards halten).
Inzwischen gab es 6er Bars mit 500W statt 4er Bars mit 1000W. 8 Trackspots hingen dort (manche leider nicht so gerade, wie sie sollten), und hinten hingen die ersten LED-PARs im LKW. Sound war, glaube ich, noch Community-lastig und als Lichtpult hatte ich damals einen Celco Pathfinder und einen GLP SD1.
Die Bühne ist auf eine andere Stelle des Platzes gezogen und die PA hat sich gewandelt. Ich glaube, da stand in den Gerüsten Kling und Freitag Line212 mit den diesen tollen Doppel15er Bässschen dazu. Als "Infill" gab es ein Hornsystem. und vor der Bühne noch ein Riesenrudel Bassreflexe. Das alles wurde phyisikalisch und digital so zurecht aligned, dass der Sound insgesamt überraschend gut war. Und laut. Am Licht ware es wieder 6 6er Bars, dazu 10 Trackspots und erstmals eine größere Menge LED-PARs im LKW. Pult war Celco Pathfinder und GLP SD1. In 2011 hatte sich, glaube ich, sogar noch ein Celco Navigator dazugemischt (würde ich nicht wieder tun).
Die Ära der Baugerüste war beendet. Das Kling und Freitagsystem lief als "Ground Stack und als "Infill" gab es wieder Hornanlage zuzüglich ganz viel Bass noch vor der Bühne. Wieder alles recht gut aligned. Hat Spaß gemacht. Am Licht sehen wir erstmal TourLEDs, ein paar Blinder gab es auch und wieder satte 10 Trackspots. Experimentiell gab es noch einen 3600Ansilumenbeamer mit einer VJ-Software als Lasersimulation. War ganz nett, aber den Aufwand gerechtfertigt hatte das jetzt nicht unbedingt.
Dinge führten zum aufkommen von Movingheads mit Gasentladungslampen. Es gelüstete mir auch etwas nach PAR64 zusätzlich zu den TourLEDs. Insgesamt war das lichtmäßig recht hübsch. Als Lichtpult hatte ich inzwischen eine GrandMA2 OnPC Lösung.
Dieses Mal als PA AD Systems AD32. Krasses Zeug, schon für meinen Eindruck noch mehr als das K&F, aber wiegt halt gefühlt Tonnen und wirkt halt irgendwie auch nicht ganz so fein auflösend. Besonders die Bässe, wo jeweils vier 15"er im Horn arbeiten, haben sehr erfreut. Die PAR64 und die Trackspots waren im Ruhestand, es gab inzwischen mehr Movingheads...der Lauf der Dinge...
Die Ära der Hornlautsprecher und Direktstrahler war vorbei. Es hing ein Linearray (falls man da bei 4 Elementen pro Seite von spricht) - An Licht gab es weiterhin Mac250 und Controlite Wash. Die Menge der LEDs hat sich erhöht. Pult war GrandMA2 OnPC und das "Amt" des Licht machens am Abend hab ich inzwischen auch mit Freude an "die Jugend" übergeben. Erwähnenswert noch die Griven Skyrose, die sehr viele Jahre ihre Runden drehte. Irgendwann aber, in Anbetracht des Lichtoutputs normaler Movingheads, der schweren Integration in die Lichtstimmungen und gemessen am Stromverbrauch, einfach über war.
Inzwischen hing da mehr Linearray, statt TourLEDs gab es 18x10W RGBW-Strahler...
Mehr Linearray, mehr LED, auch Strobe ABL im LKW, als Pult eine GrandMA1 Ultralight (zwischendurch auch mal eine Fullsize), Mac250 wurden irgendwann zu YPOC700 CMY....
Ob alles besser ist als früher? Vielleicht nicht. Aber der Grad der Professionalisierung, der hat sich wohl gewandelt.